| Webspace und Domains |
|
Seite 2 von 2
Natürlich klingt es sehr schön, eine generische Domain wie "www.WORT.de" (Dies ist ein Beispiel für ein beliebiges WORT) zu besitzen. Dies war es dann aber auch schon mit den Vorteilen. Es wird häufig von Type-In-Domains gesprochen. Hiermit sind Domains gemeint, welche von Usern von sich aus in die Adresszeile eingegeben werden. Sucht ein User also nach WORT, gibt dieser www.wort.de ein. Für den Preis, der für diese Domains in der Regel gefordert wird, lässt sich ein Budget weitaus besser in eingekaufter Werbung anlegen. Aus meiner Sicht macht der hochpreisige Kauf einer gut klingenden Domain lediglich Sinn, wenn genug Budget vorhanden, und weitläufige crossmediale Werbekampagnen mit dieser Domain angestrebt werden. Es gibt genug Personen, die es sich in ihrer Tätigkeit im Internet als einzigen Lebenszweck gemacht haben, gute oder grade erst freie Domains zu suchen. Es gibt auch gute Domains, wie gzsz.de (als Abkürzung für eine beliebte Seifenoper) und emails.de, die wieder frei wurden, und an eine talentierte und schnelle Person übergegangen sind. Jedoch sind dies 2 Ausnahmen. Domain-Grabbing, wie es etwas abschätzig genannt wird, frisst aus meiner Sicht Zeit, die weitaus besser genutzt werden könnte. Beispielsweise könnte diese Zeit in Promotion und Aufbau von Präsenzen investiert werden, die vermeintlich schlechtere Domains haben. Die zu erwartenden Gewinne - sofern man etwas davon versteht - werden in jedem Fall höher sein. Nutzt man eigens entwickelte Tools, welche in regelmäßigen Abständen die Verfügbarkeit von Domains testen, hält sich der Zeitaufwand verständlicherweise in Grenzen. Dann benötigt man jedoch auch einen schnellen Provider, der - in Echtzeit - die jeweiligen Domains registriert. Die Verzögerung sollte eine Zeit von 2 Minuten nicht überschreiten. Und selbst diese 2 Minuten können zu viel sein. Denn gute Domains die bald wieder frei werden, werden in der Regel noch von vielen anderen Grabbern beobachtet. Sollte man es schaffen eine frei gewordene, und bekannte Domain zu registrieren, hat man mit etwas Glück für einige Zeit einen großen Besucheranstieg. Ich erhielt beispielsweise eine sehr verärgerte E-Mail in der ich als Hacker bezeichnet wurde, weil ich angeblich eine fremde Website verändert, und auf meine Domain weitergeleitet habe. Tatsächlich hatte die Person wohl übersehen, dass ihr Vertrag mit dem Provider ausgelaufen war (oder die Rechnung wurde nicht bezahlt) - und ein schneller Grabber registrierte sich die Domain, welche er auf mein Partnerprogramm weiterleitete. Für uns beide sehr erfreulich, denn die Website war sehr bekannt, und hatte täglich einige Tausend Besucher, die auf das Partnerprogramm weitergeleitet wurden. Für den ehemaligen Domaininhaber verständlicherweise ärgerlich, denn sein Portal war verloren. Dieser Besucheransturm hält natürlich nicht für immer an. Nach einiger Zeit haben Stammbesucher erkannt dass die Website eine andere ist, und viele Webmaster welche auf die Domain verlinken, entfernen ihre Verweise. Bei Preisen von ca. 5 EUR pro .de - Domain im Jahr lässt sich bei Neuregistrierungen ein Fehlgriff verschmerzen. Ab der 50. registrierten Domain, die nur Aufgrund eines vermeintlichen Wiederverkaufs registriert wurde obwohl noch nie eine über 30 EUR verkauft wurde, würde ich mir jedoch Gedanken über ein Konzept machen. Ich schätze die Anzahl der Personen, welche durch Domainhandel in Deutschland ein vernünftiges Einkommen erwirtschaften, auf weniger als 50 ein. Wobei ich hier auch indirekte Mitverdiener eingrechnet habe. Der vermeintlich existierende Domainhandel ist also weitgehend überschätzt. Registrieren Sie sich lieber selbst eine noch freie Wortkombination, oder erfinden Sie selbst ein Wort für ein Portal. Und registrieren Sie vor allem nur Domains für die Sie bereits Inhalte besitzen, oder zumindest Ideen hierfür. Erfahrungsgemäß sammeln sich ansonsten recht schnell größere Domainberge an, die ungenutzt geparkt werden. Bei der Frage nach der Domainendung steht in erster Linie die Frage nach der geographischen Ausrichtung des Portals, und der Tatsache, wie viel man bereit ist für die Domain im Jahr auszugeben. Für eine Abzielung auf deutsche User haben sich verständlicherwiese die Endungen .de und .com etabliert. Im amerikanischen Bereich fast nur .com, gelegentlich auch .us. Für die Schweiz steht .ch, für England .co.uk und für Österreich .at. Es wird oftmals behauptet, dass exotischere Domainendungen wie .biz oder .ws mit deutschen Inhalten in Suchmaschinen weniger gut gelistet werden. Diese Behauptung kann ich regelmäßig bestätigen. Besonders die Endungen .ag und .tv habe ich häufig für neue Projekte verwendet, da hier noch einige gute Begriffe frei sind, und ich sie aus Sicht der deutschen Sprache auch sehr gelungen finde. Sollten Sie sich für die Endung .ag entscheiden achten Sie darauf, dass der Domainname eine Verwechslung mit einer existierenden Aktiengesellschaft ausschließt. Es hat hierzu bereits ein für Aufsehen sorgendes Präzedensurteil gegeben. Da man erkannt hat, dass scheinbar alle Endungen registriert werden, selbst wenn sie nicht gut klingen und nur für kleine Inselstaaten gedacht sind, tauchen auch immer wieder neue Domainendungen auf. Die Zeit, in der man neue Domainenendungen erstmals vormerken kann (ohne Garantie dass man diese später auch erhält) wird als Sunrise Period bezeichnet. Es hat sich herausgestellt, dass man wirklich gute Begriffe auch in dieser Zeit ohnehin nicht erhält - echte Topbegriffe bekommen in erster Linie Unternehmen, die enge Verbindungen zu den Registraren unterhalten. Dennoch kann man in der Sunrise Period durchaus einige Glückstreffer erhalten. Verzichten Sie bei exotischen Domainendungen, sofern sie keinen Bezug zur deutschen Sprache haben (wie .ag oder .tv) aber auf deutsche Begriffe. Glauben Sie nicht, dass eine große Anzahl der User überhaupt Domainendungen ausser .de und .com kennt. Die Endung .biz beispielsweise existiert bereits seit einigen Jahren, dennoch hält sich die Zahl der Menschen, die diese bemerkt hat, in Grenzen. Und dies wird bei allen kommenden Domainenendungen auch so sein. Von Aaron Kahlau |
||
| < zurück | weiter > |
|---|