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Einen User interessiert es i.d.R. nicht, wieviele andere bereits vor ihm auf einer Seite waren. Wenn er sieht, dass es "wenige" waren, dann liegt der Gedanke nahe, dass die Website aufgrund der geringen Nachfrage ohnehin nicht gut sein kann. Wenn die Website hohe Besucherzahlen in der Vergangenheit aufweisen konnte, tut es auch nichts zur Sache - der User ist auf der Seite, und wenn sie nicht zumindest etwas populär wäre, dann hätte er sie auch nicht gefunden. Nehmen Sie am Besten selbst gehostete Scripts, um Ihre Besucherzahlen einzusehen - und machen Sie diese Statistiken nicht öffentlich. Geht man durch die Fußgängerzone, so entdeckt man keinen Kaufmann, der im Schaufenster ein Schild hängen hat mit der Aufschrift "Wir hatten bereits 986 Besucher in diesem Geschäft". Für den Kaufmann wäre es ein zusätzlicher Arbeitsaufwand. Aber auch wenn dies durch technische Mittel leicht zu zählen ist, wird es keiner machen. Möchte man selbst Werbekunden gewinnen, die ohne Umweg über eine Agentur bei einem Werbeplätze buchen sollen, so ist es unumdinglich seine genauen Besucherzahlen zu nennen. Dies kann auf einer gesonderten Seite "Mediadaten", oder auch nur auf Anfrage erfolgen. Grade im Internet ist die Popularität einer Präsenz leicht nachzuvollziehen, so dass Interessierte ohnehin von alleine auf Werbeträger zukommen (oder wie es ein von mir sehr geschätzter Portalbetreiber zu sagen pflegt: "Für die meisten TKP-Basierenden Kampagnen die mir am Telefon angeboten werden, drehe ich mich nicht einmal im Bett um"). Es sollte also ausreichen, öffentlich ungefähre Anzahlen von Unique Visitors zu vermitteln, in den Summanten von Tausender, Hunderttausender, Millionen. Auch ist es bei der Sicht auf die Mitbewerber nicht sonderlich klug, exakte Zahlen diesbezüglich öffentlich zu publizieren. Sollte es zu Wettbewerbsstreitigkeiten bei einer Website kommen, so gibt es hier 2 Möglichkeiten: Der Anwalt findet die Zahl der Besucher sehr hoch, dann ergibt dies schnell astronomische Streitwerte. Anwälte gehen in der Regel davon aus, dass jeder Besucher auch ein paar Hundert Euro auf einer Website ausgiebt. Oder der Anwalt empfindet die Anzwahl der Besucher als zu gering - in diesem Fall unterstellt er Ihnen, dass Sie lügen. Ein Domaininhaber vermittelte mir mit dem Begriff einer geschützten Wortmarke in einem Monat 23-28 Besucher, festgehalten durch einen unabhängigen Tracking-Dienstleister. Diese Zahl veröffentlichte ich nicht offiziell, jedoch erwirkte der Markeninhaber eine Auskunftsklage. Er glaube mir nicht, dass sich so wenig Menschen für seine Marke interessieren. Ich trackte nicht die Anzahl der vermittelten User die am Ende auch zu Kunden wurden - mit weniger als 30 Usern pro Monat dürfte der Umsatz bei etwa 0 EUR gelegen haben. Am Ende kostete mich der Rechtstreit mehr als 15.000 EUR. Auch nichts gegen bekannte Content Manegement Systeme - sie sind nicht ohne Grund so bekannt geworden. Es ist aber schon sehr erschreckend, wie sehr sich selbst bekannte Websites ähneln. Links und rechts ein Menü mit Counter und den neuesten Beiträgen, oben die Header-Grafik bei der man sieht wie behilfsmäßig sie in den Rest des Layouts eingefügt wurde, ein Kalender der kaum bis garnicht benutzt wird, einige andere Spielereien die unnütz sind - das ist ein typisches CMS - "Portal". Dagegen ist auch nichts einzuwenden, wenn das dazugehörige Forum wenigstens gut besucht ist. Hier möchte ich eine Lanze brechen - es spielt tatsächlich eine untergeordnete Rolle, wie attraktiv das Portal ist. Man kann also durchaus Erfolg mit oben genanntem Szenario haben. Jedoch wird dabei nicht Mund-zu-Mund-Propaganda und Werbung in Signaturen reichen. Hier sind unentwegt Besucherströme zu Tausenden gefragt. Es gibt wunderschöne Beispiele dafür, wie man Content Management Systeme bis ins Letzte anpassen kann. Ich selbst war lange Zeit felsenfest davon überzeugt, dass Nuke-basierende Websites immer hässlich sein müssen, wurde dann aber eines besseren belehrt. Nicht, weil ich bis dahin immer nur hässliche Nuke-Websites gesehen hatte - sondern weil ich bis dahin einfach nicht bemerkt hatte, dass ich derzeit auf einer attraktiven Website bin, die mit Nuke realisiert wurde. Hier liegt die Kunst. Von Aaron Kahlau |
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