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DIe optimale Website
Zunächst einmal ist das Optimum nicht zu erreichen. Gemäß der Bedeutung des Begriffes, wäre die optimale Website ein Endergebnis, welches nicht mehr zu verbessern ist. "Das Optimale" kann es also in Form von Buchtiteln oder in der Produktwerbung geben, jedoch niemals in der Praxis.

Es gibt kein Erfolgsrezept für eine gut funktionierende, und erfolgreiche Website. Und selbst wenn sie optisch ansprechend, mit herausragendem Nutzen für die User online gegangen ist, kann längst kein Erfolg vorausgesagt werden.
Ein von mir sehr geschätzter Webmaster, der sich inzwischen im Süden zur Ruhe gesetzt hat, pflegte folgendes plastisches Beispiel um es zu verdeutlichen: Er nahm ein einzelnes Salzkorn und legte es vor sich auf den Tisch. Dieses Salzkorn ist Ihre Website. Sie haben viele Stunden Arbeit in sie investiert. Sie bietet dem User das, was er sich wünscht, und Sie sind sich sicher, dass sie auch finanziell sehr viel Potential besitzt.
Nun nahm er den ganzen Salzstreuer, und verbreitete den Inhalt darüber. Jetzt befindet sich Ihre Website im Internet. Ihre Arbeit beginnt also in der Regel erst richtig, wenn es darum geht sie aus dem Meer der vorhandenen Alternativen herauszustellen.

Bei der Gestaltung der Website gibt es sicherlich einige Kardinalfehler, ich persönlich würde darunter zum Beispiel die Schriftart "Comic Sans MS" zählen, die auf keiner Website etwas zu suchen hat. Oder das blockieren der rechten Maustaste - zum einen lassen sich restlos alle solcher geradezu possierlichen Blockaden umgehen, und zum anderen wirkt es abschreckend auf die Nutzer.
Ich habe vor kurzem eine meiner ersten Websites, damals bei einem Gratis-Webspace-Anbieter gehosted, nach Jahren wieder gesehen. Und ich habe so ziemlich alle Fehler begangen, die man machen kann. Sie war voll gestopft mit Werbung, hatte so gut wie keine eigenen Inhalte, kein vernünftiges Impressum und weiße Schrift auf schwarzem Hintergrund. Es erübrigt sich zu sagen, dass mit so einem Ungetüm kein Geld verdient wurde.
Nach dem Studium von viel Literatur und dem Mitlesen in Newsgroups / Diskussionsforen für Webmaster wird man am meisten in der Praxis lernen. Leider hat sich hier oftmals eine Hilfskultur eingebürgert, in der immer wieder die selben Fragen gestellt werden, anstatt sich zuvor die Archive durchzulesen. Schauen Sie sich die bereits geschriebenen Beiträge in den Foren und Newsgroups an, die im Anhang dieser Dokumentation gelistet sind. Dort lernt man dann noch einiges mehr, was über die Ursprungsfrage hinaus geht.
In Foren und Newsgroups knüpft man vor allem auch Kontakte, zum Beispiel wenn es darum geht Links zu tauschen.

Wie man eine Website intuitiv bedienbar aufbaut, neue Nutzer auf einen Blick der Vorteil des Angebotes demonstriert, und all dies auch optisch attraktiv aufbereitet wird - all dies kann man nur durch ausprobieren herausfinden. Stellen Sie sich Kritik, und fordern Sie aktiv zu dieser auf.
Die Fähigkeit Kritik aufzunehmen, insbesondere wenn diese auch etwas ruppig kommt, sollte jeder Webmaster besitzen.

Für eine Zeit lang war ich der Meinung, dass es die einzige rentable Art Geld im Internet zu verdienen wäre, ein kostenpflichtiges Produkt anzubieten oder zu vermitteln.
Dies mag auch mit dem Dialer zusammenhängen, der zu seiner Hochzeit das einzige Zahlungsmittel auf einigen meiner Websites war In dieser Zeit konnte man sich jeden Tag so einige Kleinwagen kaufen.
Inzwischen ist der Dialer in Deutschland für Non-Adult weitgehend ausgestorben, weil die gesetzliche Regulierung ihn als Zahlungsmittel ungeeignet gemacht hat. Jede Ära hat einmal ein Ende.
Wer hier nicht vorgesorgt hat, und darauf baute, dass seine Angebote auf Ewig so wie sie sind bestehen können, hatte das Nachsehen. Man sollte also immer einige Ideen in der Hinterhand haben, um schnell reagieren zu können. Dies gilt für Zahlungsmethoden (z.B. ist derzeit das Handypayment stark im Kommen, jedoch wird auch das mal resignieren), ebenso wie für die Produkte.

Man kann auch Erfolg haben, ohne dass man etwas verkauft. Dies ist die Sonderstellung des Internets in der Wirtschaft. Hier sind Inhalte gefragt. Diese Inhalte können in Form einer Community kostenlos durch Ihre User zur Verfügung gestellt, oder müssen durch Sie eingebracht werden.
Es bedarf jedoch einer gewissen Größe, alleine von einem durch Werbung finanzierten Portal zu leben.
Gehen wir von einer positiv geschätzten Klickrate von 1% auf die Werbemittel aus. Weil diese Zahl sehr optimistisch ist, beziehe ich sonstige Werbung wie Fenster, Floading Ads, Verkauf von User-Datensätzen, Newsletterkampagnen etc. hier mit ein.

Sie haben 1000000 Seitenimpressionen im Monat, 1% Klickrate und verdienen durch jeden Klick 0,10 EUR. Dies ergibt einen monatlichen Umsatz von 1000 EUR.

Diese Umsätze setzen jedoch starke Werbung voraus, und insbesondere Communitys zeichnen sich durch mangelndem Interesse an Werbung gleich welcher Art aus. Vor dem Einsatz starker Werbung sollten starke Seiteninhalte stehen, ohne die Sie auch niemals eine so hohe Anzahl von Seitenimpressionen erreichen können.
Hier ist die Zwickmühle - man muss es schaffen, bei einem dezenten Einsatz von Werbung (die User nicht verschreckt) das Maximum an Gewinn zu erwirtschaften.
Hat man freilich eine große und etablierte Community, in der permanent immer 100 + User online sind, gerät man in die Versuchung Werbung exzessiv anzuwenden. Dies kann auch funktionieren. Ich kenne ein Forum, auf dessen Grundlage eine GmbH gegründet wurde, mit riesigen Besucherzahlen und Werbung auf jeder einzelnen Seite, die bei mir den Lüfter im Laptop auf Touren bringt. Ich habe es nach 5 Klicks verlassen, weil ich mit einem Forum, in dem ich keinen Beitrag ohne das Wegklicken von Werbung lesen kann, nichts anfangen kann. Ich bin jedoch auch nicht die Zielgruppe gewesen. Viele, insbesondere jüngere User scheint es also nicht zu stören.
Dieses Verfahren ist jedoch erst bei hohen Userzahlen und einer gewissen Monopolstellung möglich, denn erst dann lassen sich einige streikende Mitglieder verschmerzen.

Von Aaron Kahlau

 
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